Traditionspflege am Tag der freien Träger

2020.02.10. | Deutschprachige Mitteilungen

Schon zum sechsten mal trafen sich am 25. Januar mehr als dreißig Vereine in der Sporthalle der Grundschule, um sich einander und der Diósder Bevölkerung vorzustellen.  Der Diósder Deutsche Traditionspflege Verein nutzte diesen Anlass und präsentierte sich mit einem entsprechend dargebotenen Ausstellungsstand.

Nach der Eröffnung durften sich die Vereine auf der Bühne der Sporthalle vorstellen und haben die Interessenten während der ganzen Veranstaltung an ihrem eigenen Stand empfangen.

Vorsitzende des Deutschen Traditionspflege Vereins Herr György Bicskei sagte: das wichtigste Ziel des im November 2007 gegründeten Vereins sei die Unterstützung der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung seitens der Bürger:  die Pflege der schwäbischen Traditionen, die Aufrechterhaltung der schwäbischen Identität, die von der Aktualpolitik freie Förderung des Lebens der Minderheit. Die Sammlung, Bewahrung, Vorstellung des kulturellen Gutes und anderer sachlicher Überlieferungen der in Diósd gelebten und noch lebenden Schwaben seien von erstrangiger Bedeutung: durch Programme mit der Bevölkerung, den Schülern der Nationalitätengrundschule, Förderung des Sprachunterrichts und der Aufrechterhaltung der Sprachkenntnisse in Deutsch in Kreisen der Jugendlichen und der Generation mittleren Alters.

Der Verein baute in der Sporthalle einen an sachlichen Kulturdenkmälern reichen Stand auf. Die Besucher erhielten einen umfassenden Überblick über Vergangenheit und Gegenwart der Diósder Schwaben. Wie bekannt siedelten die Vorfahren aus der Region des Schwarzwaldes im 18. jahrhundert nach Diósd um. Mit dem sog. Ulmer Schachtel, einer aus Holz gebauten Arche schifften sie auf der Donau von Ulm aus in die neue Heimat. Zu Ehren an die Ahnen fertigte unser Vereinsmitglied András Csomay ein kleines Makett des Schiffes, die vor dem Stand zur Schau gestellt wurde. Seine handwerkliche Kunst priesen auch die kleinen Armbände, die als Gewinngegenstand für die Teilnehmer vergeben wurden,  die mit gutem Ergebnis an dem Wettbewerb über örtliche Baudenkmäler, Leben der Schwaben teilnahmen.

Die Standbesucher konnten in Büchern und diversen gedruckten Ausgaben zum Thema  Diósder Heimatkunde blättern, und sich mit der web-Seite der Diósder Ahnenforschung diosdfa.hu vertraut machen. Die Familie Natta spielte in der Schaffung des Portals eine Gründerrolle. In Vertretung der Familie erklärte Herr János Natta die web-Seite: Informationen über Ortsgeschichte, Heimatkunde, Forschungen in Archiven, Wissenswertes in Ethnographie sind hier enthalten. Das Rückgrad des Portals bildet – in dieser Form einmalig in ganz Ungarn – die Datenbasis der Stammbaumforschung,  Ein Schatzstück der Seite ist eine Fotosammlung, das Ergebnis jahrelanger Sammlung und Digitalisierung von erhaltenen Familienfotos.

In den Gesprächen wurde festgelegt: die Nationalitätenselbstverwaltung und der Deutsche Traditionspflege Verein von Diósd sehen die Bewahrung und Weiterführung des vom ehemaligen Antal Natta ins Leben gerufenen Portals diosdfa.hu als  eine ihrer wichtigsten Aufgaben an. Mit Freude begrüssen wir, wenn wir in Schubfächern, Fotoalben oder auf Hausböden schlummernde alte Bilder, Briefe erhalten, und wir sie nach Digitalisierung der zukünftigen Generationen überliefern dürfen.